Brautpaar bei der freien Trauung, der Moment am Altar

Ratgeber

Der Gang zum Altar

Es ist der Moment, auf den im Trauraum alle warten: Die Türen öffnen sich, die Musik setzt ein, und die Braut beginnt ihren Gang zum Altar. Wenige Meter, die sich anfühlen wie eine kleine Ewigkeit. Wir haben bei über 120 Hochzeiten in Franken genau an dieser Stelle gestanden. Hier ist, was wir dabei gelernt haben, und die Antworten auf die Fragen, die uns Paare dazu am häufigsten stellen.

Wer führt die Braut zum Altar?

Meistens der Vater. Genauso schön sind der Onkel, der Bruder oder gleich mehrere Brüder, ein anderer wichtiger Mann aus ihrem Leben oder die Braut ganz für sich. Entscheidend ist, womit ihr euch wohlfühlt.

Einmal haben sogar zwei Väter eine Braut geführt: ihr Vater und ein zweiter Mann, der in ihrem Leben genauso wichtig war. Auch die Mutter wäre eine schöne Idee. Wenn Paare uns fragen, wer es sein soll, fragen wir zurück: Wie fühlt ihr euch wohl? Das ist das Wichtigste.

Wer führt die Braut, wenn der Vater nicht mehr lebt?

Dann geht meist ein Mensch mit, der der Braut ähnlich nah steht, oder sie geht den Weg ganz bewusst allein. Wichtig ist, dass sie sich mit ihrer Wahl gut aufgehoben fühlt.

Wenn der Vater fehlt, wird der Gang zum Altar oft zu einem besonders bewegenden Moment, für die Braut und für alle im Raum. Gebt euch für diese Entscheidung Zeit und sprecht früh mit dem Menschen, den ihr euch an eurer Seite wünscht, damit er sich auf seine Rolle freuen kann.

Wer führt den Bräutigam zum Altar?

Meist niemand. Entweder zieht der Bräutigam gemeinsam mit der Braut ein, oder er wartet vorne am Altar, links oder rechts, und sieht sie hereinkommen.

Beides ist schön. Wartet der Bräutigam vorne, gehört sein Gesicht in dem Moment, in dem sich die Tür öffnet, zu den stärksten Bildern des ganzen Tages. Zieht ihr gemeinsam ein, geht ihr die ersten Schritte als Paar und teilt die Aufregung. Entscheidet danach, womit ihr euch wohler fühlt.

Bräutigam im hellblauen Anzug wartet vorne in der Kirche in Gattenhofen auf seine Braut
Der Bräutigam wartet vorne. Gleich öffnet sich die Tür.

Auf welcher Seite läuft die Braut neben dem Vater?

Für die Fotos ist die Seite egal. Zieht ihr als Paar gemeinsam ein, bleibt bei der Seite, die ihr im Alltag gewohnt seid. Dann fühlt sich der Weg vertraut an.

Viele Väter bieten den angewinkelten Arm an, in den sich die Braut einhängt. Auf welcher Seite das passiert, sieht man auf den Bildern kaum. Wichtiger ist es beim gemeinsamen Einzug als Paar: Jeder hat sich angewöhnt, ob er rechts oder links läuft. Bleibt bei eurer gewohnten Seite, dann fühlt sich am Hochzeitstag alles vertraut an.

Wie übergibt der Brautvater die Braut am Altar?

Vorne angekommen fließen oft die ersten Tränen. Dann umarmen sich Vater und Bräutigam, und viele Väter geben ihrer Tochter zum Abschied einen Kuss, bevor sie die Hand ihres Partners nimmt.

Diese wenigen Sekunden vorne am Altar gehören zu den emotionalsten der ganzen Trauung. Wir halten sie von vorne fest, damit beide Gesichter zu sehen sind: das der Braut und das des Bräutigams, der sie gerade zum ersten Mal sieht.

Braut wischt sich in der Kirche eine Träne weg, der Bräutigam hält ihre Hand
Vorne angekommen fließen oft die ersten Tränen.

Woher kommt der Brauch, dass der Vater die Braut übergibt?

Der Brauch ist sehr alt. Früher wechselte die Braut mit der Hochzeit aus der Familie ihres Vaters in die Familie ihres Mannes, und der gemeinsame Gang zum Altar machte diesen Wechsel für alle sichtbar.

Die Evangelische Kirche in Bayern beschreibt ihn deshalb als patriarchalischen Brauch aus germanischer Tradition. Für die meisten Familien bedeutet er heute etwas anderes: den letzten gemeinsamen Weg von Vater und Tochter, einen Moment des Dankes und den Augenblick, in dem zwei Familien zusammenkommen. Wer lieber ganz als Paar startet, zieht gemeinsam ein und bindet die Eltern auf andere Weise ein.

Dafür gibt es viele schöne Wege: Beide Eltern führen die Braut gemeinsam nach vorne, oder jedes Elternpaar begleitet sein eigenes Kind bis zum Altar. Die Eltern bringen die Ringe nach vorne, lesen einen Text vor oder sprechen eine Fürbitte. Und am Ende der Trauung können sie dem Paar ihren Segen mit auf den Weg geben. So sind beide Familien Teil der Zeremonie, und der Einzug gehört euch als Paar.

Braut im Brautschleier wird kurz vor der Trauung innig umarmt
Eine Umarmung kurz vor der Trauung. Dafür steht der Brauch heute.

Darf der Vater die Braut in der Kirche zum Altar führen?

Ja, in Franken ist das gelebte Praxis. Klärt euren Wunsch aber schon, bevor ihr euch auf einen Pfarrer oder eine Pfarrerin festlegt. Das Traugespräch kommt dafür meist zu spät.

Manche Pfarrer haben eine feste Vorstellung davon, wie der Einzug ablaufen soll, und bringen sie im Vorfeld ein. Die Evangelische Kirche in Bayern etwa regt an, im Traugespräch über den Brauch nachzudenken. Fragt deshalb schon bei der ersten Anfrage, ob er den Einzug mit dem Vater mitträgt. Dann bleibt der Moment an der Kirchentür ganz euch. Wie eine Trauung in der Kirche insgesamt abläuft, steht im Beitrag zur kirchlichen Trauung.

Brautpaar zieht gemeinsam in die Kirche in Oberaltertheim ein, die Pfarrerin empfängt sie an der Tür
Gemeinsamer Einzug in Oberaltertheim, die Pfarrerin empfängt das Paar an der Tür.

Wie schnell sollte man zum Altar laufen?

Ruhiger als gedacht, aber zielstrebig. Fühlt es sich für euch zu langsam an, ist es genau das richtige Tempo. Zu schnelles Laufen ist der häufigste Fehler beim Einzug.

Aus Aufregung ist man gefühlt in zwei Sekunden vorne. Ein ruhiges Tempo bringt euch zwei Dinge: Ihr könnt den Weg wirklich genießen, und wir bekommen mehr und schönere Fotos von diesem Moment. Atmet einmal tief durch, schaut euch um und sucht den Blick eures Partners.

Bräutigam küsst seine Braut in der Kirche auf der Vogelsburg bei Volkach auf die Stirn
Angekommen. Theresa und Fabian in der Kirche auf der Vogelsburg bei Volkach.

Muss man den Gang zum Altar üben?

Geübt wird in der Praxis selten. Wer sehr aufgeregt ist, profitiert aber davon. Am meisten hilft ein Paarshooting vor der Hochzeit, weil ihr dort euer Tempo vor der Kamera findet.

Dass jemand den Einzug richtig probt, erleben wir selten. Für sehr aufgeregte Väter und Bräute lohnt es sich trotzdem: einmal Arm in Arm ein Stück gehen und das Tempo finden. Den größten Unterschied macht nach unserer Erfahrung ein Paarshooting vor der Hochzeit. Dort gewöhnt ihr euch an die Kamera und merkt, wie langsam sich gut anfühlt. Wie so ein Shooting bei uns abläuft, steht im Beitrag zum Brautpaarshooting.

Die klassische Einzugsreihenfolge

Bei einer kirchlichen Trauung hat sich eine bewährte Reihenfolge eingespielt. Sie gibt euch und euren Gästen Orientierung:

  1. 1. Der Bräutigam steht vorne am Altar und wartet.
  2. 2. Die Trauzeugen und gegebenenfalls Blumenkinder folgen.
  3. 3. Zum Schluss die Braut, geführt von ihrem Vater oder einer Begleitperson.

Bei der freien Trauung seid ihr ganz frei: Manche Paare ziehen nacheinander ein, andere gemeinsam Hand in Hand. Sprecht den Ablauf einmal in Ruhe mit eurer Traurednerin durch.

Blick durch den Mittelgang der Kirche in Oberaltertheim zum Altar, vorne das Brautpaar
Der Mittelgang in Oberaltertheim. Hier zählt jeder Schritt.

Gibt es beim Standesamt einen Gang zum Altar?

Meist nicht. Zum Standesamt kommt das Brautpaar in der Regel gemeinsam, und die Gäste haben euch vorher oft schon gesehen. Deshalb geht ihr dort meistens zusammen in den Trauraum.

Wie eine standesamtliche Trauung bei uns in der Region abläuft, zeigen wir am Beispiel Neustadt an der Aisch und Rothenburg ob der Tauber.

Die richtige Musik für den Einzug

Die Einzugsmusik trägt den ganzen Moment. Klassiker wie Pachelbels Kanon in D oder „A Thousand Years" funktionieren, weil sie ruhig beginnen und sich aufbauen. Ihr habt Zeit, anzukommen. Genauso schön ist „euer" Lied, akustisch von einer Sängerin gespielt. Wichtig ist nur: Lasst die ersten Takte laufen, bevor ihr losgeht. So bekommt der Einzug seinen Raum.

Was den Einzug am häufigsten stört

Drei Dinge begegnen uns immer wieder, und alle drei sind mit einem Satz vorab geklärt.

Der Kinderwagen im Mittelgang. Während des Gottesdienstes steht er dort völlig richtig, beim Einzug genau im Weg. Wenn er uns vorher auffällt, sprechen wir das an, ein Blick von euch hilft trotzdem.

Die Handys. Am schönsten wirkt es, wenn die Person, die eure Trauung leitet, zu Beginn kurz darum bittet, sie liegen zu lassen. Aus dem Mund des Pfarrers oder der freien Rednerin kommt das freundlicher an als von euch selbst.

Die Tür hinten. Bleibt das Kirchenportal hinter der Braut offen, steht sie im vollen Gegenlicht und der ganze Gang wird überbelichtet. Stellt jemanden ab, der die Tür schließt, sobald ihr drin seid. Das kostet nichts und rettet die Bilder von euren ersten Metern.

Aus Fotografen-Sicht

Dieser Augenblick lässt sich nicht wiederholen. Deshalb stehen wir beim Einzug im Gang weiter vorne und fotografieren in beide Richtungen: die Braut, wie sie hereinkommt, und den Bräutigam, wie er sie zum ersten Mal sieht. Sein Gesicht in diesem Moment ist uns genauso wichtig wie ihres. Wir fangen euren echten Gang ein, die zittrigen Hände, das erste Lächeln, die Träne beim Partner. Dafür helfen uns ein ruhiges Tempo, ein freier Mittelgang und eine kurze Absprache vorab, wer mit wem einzieht.

Häufige Fragen zum Gang zum Altar

Wer führt die Braut zum Altar?

Meistens der Vater. Genauso schön sind der Onkel, der Bruder oder gleich mehrere Brüder, ein anderer wichtiger Mann aus ihrem Leben oder die Braut ganz für sich. Entscheidend ist, womit ihr euch wohlfühlt.

Wer führt die Braut zum Altar, wenn der Vater nicht mehr lebt?

Dann geht meist ein Mensch mit, der der Braut ähnlich nah steht, oder sie geht den Weg ganz bewusst allein. Wichtig ist, dass sie sich mit ihrer Wahl gut aufgehoben fühlt.

Wer führt den Bräutigam zum Altar?

Meist niemand. Entweder zieht der Bräutigam gemeinsam mit der Braut ein, oder er wartet vorne am Altar, links oder rechts, und sieht sie hereinkommen.

Auf welcher Seite läuft die Braut neben dem Vater?

Für die Fotos ist die Seite egal. Zieht ihr als Paar gemeinsam ein, bleibt bei der Seite, die ihr im Alltag gewohnt seid. Dann fühlt sich der Weg vertraut an.

Wie übergibt der Brautvater die Braut am Altar?

Vorne angekommen fließen oft die ersten Tränen. Dann umarmen sich Vater und Bräutigam, und viele Väter geben ihrer Tochter zum Abschied einen Kuss, bevor sie die Hand ihres Partners nimmt.

Woher kommt der Brauch der Brautübergabe?

Aus einer Zeit, in der die Braut mit der Hochzeit von der Familie ihres Vaters in die Familie ihres Mannes wechselte. Heute ist der gemeinsame Gang für die meisten Familien ein Zeichen von Dank, Nähe und Abschied. Eltern können auch anders mitwirken, etwa mit den Ringen, einer Lesung oder ihrem Segen.

Darf der Vater die Braut in der Kirche zum Altar führen?

Ja, in Franken ist das gelebte Praxis. Manche Pfarrer haben aber eigene Vorstellungen vom Einzug. Klärt euren Wunsch deshalb schon, bevor ihr euch auf einen Pfarrer festlegt.

Muss man den Gang zum Altar üben?

Geübt wird in der Praxis selten. Wer sehr aufgeregt ist, profitiert aber davon. Am meisten hilft ein Paarshooting vor der Hochzeit, weil ihr dort euer Tempo vor der Kamera findet.

Wie schnell sollte man zum Altar laufen?

Ruhiger als gedacht, aber zielstrebig. Fühlt es sich für euch zu langsam an, ist es genau das richtige Tempo. Zu schnelles Laufen ist der häufigste Fehler beim Einzug.

Gibt es beim Standesamt einen Gang zum Altar?

Meist nicht. Zum Standesamt kommt das Brautpaar in der Regel gemeinsam, und die Gäste haben euch vorher oft schon gesehen. Deshalb geht ihr dort meistens zusammen in den Trauraum.

Welche Musik passt zum Einzug der Braut?

Stücke, die ruhig beginnen und sich aufbauen, etwa Pachelbels Kanon in D oder A Thousand Years. Genauso schön ist euer eigenes Lied, akustisch gespielt. Lasst die ersten Takte laufen, bevor ihr losgeht.

Was stört den Einzug am häufigsten?

Ein Kinderwagen im Mittelgang, Handys in den Händen der Gäste und die offene Kirchentür hinter der Braut, die den Gang ins Gegenlicht setzt. Stellt jemanden ab, der die Tür schließt, sobald ihr drin seid.

Plant ihr gerade eure Trauung?

Wir begleiten euch durch den ganzen Tag und halten genau solche Momente ehrlich fest, als euer Hochzeitsfotograf in Nürnberg, Würzburg, Rothenburg und Neustadt an der Aisch. Lernt uns unverbindlich kennen.

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