Gruppenbilder auf der Hochzeit: der Plan, der wirklich funktioniert
Wann der richtige Zeitpunkt ist, wie lange es dauert, wie ihr Vereine und Familie durchschleust und warum ein Mischmasch am Ende alle unzufrieden macht. Aus über 120 Hochzeiten in Franken.


Gruppenbilder sind der Teil der Hochzeit, bei dem am meisten Zeit verloren geht und am wenigsten geplant wird. Dabei entscheidet sich hier, ob der Nachmittag locker läuft oder ob ihr eine Stunde lang Namen ruft.
Wir haben inzwischen über 120 Hochzeiten begleitet. Dieser Text ist das, was wir jedem Paar im Detailgespräch erzählen, wenn wir zu den Gruppenbildern kommen.
Die eine Frage, die den Zeitpunkt entscheidet
Bevor wir über Uhrzeiten reden, klären wir eine einzige Sache: Findet direkt nach der Trauung an der Kirche ein Sektempfang statt, oder fahrt ihr von dort gleich weiter zur Location?
Gibt es an der Kirche einen Sektempfang und danach die Fahrt zur Location, legen wir das große Gruppenbild besser hinter Kaffee und Kuchen. An der Kirche wissen wir schlicht noch nicht, ob wirklich alle da sind, und wer erst später zur Feier stößt, fehlt dann auf dem Bild, auf dem alle drauf sein sollten. Nach dem Kuchen ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass die Gesellschaft vollzählig ist. Die kleineren Gruppen mit den Menschen, die ohnehin an der Kirche stehen, machen wir trotzdem gleich dort.
Fahrt ihr dagegen von der Kirche direkt zur Location und der Sektempfang mit der Gratulation findet erst dort statt, drehen wir es um: Dann gehört das große Gruppenbild vor Kaffee und Kuchen. Alle stehen sowieso beieinander, und niemand muss später extra aufgescheucht werden.
Der zweite Zeitpunkt kommt von allein
Wenn die Gruppenbilder hinter Kaffee und Kuchen liegen, müsst ihr den Moment dafür nicht suchen. Es gibt auf fast jeder Hochzeit einen Moment am Nachmittag, an dem die Stimmung kippt. Jeder hat Kaffee getrunken, jeder hat Kuchen gegessen, und dann merkt man richtig: Es gibt so einen Wumms in der Gesellschaft. Die Leute schauen sich um und warten darauf, was als Nächstes passiert.
Genau dann kommen wir zu euch und sagen: Lass uns jetzt durchstarten. Das ist der gute Zeitpunkt, und deshalb tragen wir die Gruppenbilder mit etwas Luft in den Zeitplan ein statt auf die Minute. Es kommt immer ein Stück weit auf die Gesellschaft an, wie schnell wir danach weitergehen.
Wir beginnen mit dem großen Gruppenbild, auf dem alle drauf sind. Solange noch alle zusammenstehen, ist es in wenigen Minuten erledigt. Wenn wir damit warten, sind die Ersten schon wieder am Tisch, und dann sammelt ihr sie einzeln ein.

Bei großen Hochzeiten steigt dafür die Drohne auf. Mit 120 Gästen bekommt man alle vom Boden aus kaum sinnvoll ins Bild, von oben schon. Auch eine Freundesgruppe mit dreißig oder vierzig Leuten ist so ein Fall.
Rechnet einmal ehrlich nach
Die Zahl, die im Detailgespräch für Stille sorgt: Rechnet zwanzig Sekunden pro Person. Bei 180 Gästen sind das sechzig Minuten, in denen ihr auf einem Platz steht und Hände schüttelt. Und da ist das Spalier noch gar nicht dabei.
Das ist kein Argument gegen Gruppenbilder, sondern dafür, sie vorher zu ordnen. Wer weiß, wie lange etwas dauert, kann es verteilen. Wie ihr den ganzen Tag mit Puffern aufbaut, steht im Beitrag über den Zeitplan für die Hochzeit.
Vereine vorher ansprechen
Wenn Vereine Spalier stehen, sagt es ihnen vorher: Nach dem Spalierstehen machen wir mit jedem noch ein Gruppenbild. Dann bleiben sie da, statt sich nach zwei Minuten zu verteilen.

Wir rufen dann einen Verein nach dem anderen auf und nehmen sie nacheinander dran. Ihr bleibt stehen, die Gruppen wechseln, und in kurzer Zeit habt ihr alle Bilder beisammen. Am schönsten läuft das, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer am Ende der Trauung den Ablauf einmal laut sagt, damit alle wissen, was kommt.
Die lockere Variante: ihr sitzt, die Gruppen kommen
Es gibt eine zweite Möglichkeit, und viele Paare mögen sie lieber. Ihr setzt euch auf einen Stuhl oder eine Bank, und die Leute laufen durch und bilden ihre Gruppen selbst. Die Nachbarn, die Kollegen, die Mädels vom Sport, jeder kommt, wie er mag.

Eine Regel macht diese Variante erst gut: Jeder darf nur einmal aufs Bild. Keine Wiederholungstäter. Sonst steht derselbe Onkel auf sieben Fotos und die Gruppe, die ihr eigentlich wolltet, fehlt. So bekommt ihr viele kleinere Bilder, auf denen wirklich jeder einmal vorkommt.
Entscheidet euch für eine Variante
Wichtig ist nur eines: entweder oder. Wenn ihr beides mischt, habt ihr am Schluss den Mischmasch drinnen und wisst trotzdem nicht, welche Konstellation ihr eigentlich haben wolltet. Legt euch vorher fest, dann bekommt ihr genau das.

Der Platz entscheidet über das Licht
Wir suchen für die Gruppenbilder fast immer den Schatten. Steht ihr in der Sonne und der Hintergrund liegt ebenfalls in der Sonne, wird der Hintergrund sehr viel heller als ihr, und das Bild verliert seine Ruhe.
Unter einem Baum oder an einem Gebäude sieht das anders aus. Dort haben wir weiches Licht auf euren Gesichtern und trotzdem die Chance, das Gebäude im Hintergrund mitzunehmen. Das macht die Bilder von der Gratulation deutlich schöner. Manchmal geht es an dem Tag anders, dann stellen wir uns halt unter den Baum, der da ist, und machen das Beste daraus.

Wie wir den Rest des Tages fotografieren, steht auf der Seite zu unseren Hochzeitsfotos. Wie die Gratulation zeitlich davor liegt, zeigt der Beitrag über die Gratulation auf der Hochzeit, und was direkt vorher in der Kirche passiert, steht im Beitrag über den Ablauf der kirchlichen Trauung.
Häufige Fragen zu Gruppenbildern
Wie lange dauern Gruppenbilder auf einer Hochzeit?
Rechnet für die Gratulation zwanzig Sekunden pro Person, bei 180 Gästen also etwa eine Stunde. Die eigentlichen Gruppenbilder gehen deutlich schneller, wenn die Gruppen vorher feststehen und jemand sie aufruft.
Wann macht man die Gruppenbilder am besten?
Am Nachmittag, wenn Kaffee und Kuchen durch sind und die Gesellschaft von selbst nach dem nächsten Programmpunkt sucht. Wir beginnen mit dem großen Bild, auf dem alle drauf sind.
Wie viele Gruppenbilder sind sinnvoll?
So viele, wie ihr euch vorher überlegt habt. Eine Liste mit acht bis zwölf Konstellationen ist gut machbar. Bei der lockeren Variante zählt nur die Regel, dass jeder einmal aufs Bild darf.
Braucht man eine Drohne für das große Gruppenbild?
Bei über hundert Gästen lohnt sie sich sehr, weil von oben alle gut sichtbar sind. Bei kleineren Gesellschaften reicht eine erhöhte Position am Boden.
Wer ruft die Gruppen auf?
Am besten die Trauzeugen mit eurer Liste in der Hand. Sie kennen die Namen, und ihr bleibt einfach stehen, während die Gruppen wechseln.
Was ist mit Vereinen, die Spalier stehen?
Sagt ihnen vorher, dass nach dem Spalier noch ein Gruppenbild mit jedem Verein folgt. Dann bleiben alle da, und wir nehmen einen Verein nach dem anderen.
Ihr heiratet in Franken?
Schreibt uns, wie viele Gäste ihr erwartet und wo ihr feiert. Wir sagen euch, welche Variante zu eurer Gesellschaft passt und wie viel Zeit ihr dafür einplanen solltet. Wie ein ganzer Tag zeitlich aufgeht, steht in unserem Zeitplan für die Hochzeit.
Ist euer Hochzeitstag noch frei?
Wir sind Tobi und Theresa, Hochzeitsfotografen aus Burgbernheim. Ganztägig unterwegs, in Franken und Unterfranken. Schreibt uns euer Datum und wo ihr feiert, dann sagen wir euch, ob wir an dem Tag noch zu haben sind. Beliebte Sommertermine sind oft ein Jahr im Voraus vergeben.