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Paarshooting an der Hochzeit: so läuft es bei uns ab

Die häufigste Sorge im Erstgespräch ist: wir können nicht posieren. Gut, das sollt ihr auch nicht. Was bei einem Paarshooting mit uns wirklich passiert.

Braut und Bräutigam halten sich um die Ecke einer Holzhütte an der Hand, ohne sich zu sehen

Die häufigste Sorge, die wir im Erstgespräch hören, ist immer dieselbe: „Wir können nicht posieren."

Gut. Das sollt ihr auch nicht.

Wie es abläuft

Wir gehen 45 Minuten mit euch weg, am Vormittag, vor der Trauung. Am Abend kommen nochmal zehn bis zwanzig Minuten für den Sonnenuntergang dazu. Mehr braucht niemand, und ihr wollt zurück zu euren Gästen.

Wir suchen vorher eine Richtung aus, in der das Licht steht, und meistens einen Weg, keinen Ort. Ein Weg gibt euch etwas zu tun. Ein Ort gibt euch das Gefühl, dass ihr jetzt etwas leisten müsst.

Eine Ausnahme machen wir gern: Wenn es einen Platz gibt, an dem für euch etwas hängt, gehen wir dorthin. Der Feldweg hinter dem Elternhaus, die Bank am Weiher, der Hof, auf dem einer von euch groß geworden ist. An solchen Orten müssen wir euch nichts sagen, ihr fangt von selbst an zu erzählen, und genau das sieht man den Bildern später an. Sagt uns im Vorgespräch, ob es so einen Ort in der Nähe gibt.

Am Vormittag kommt noch etwas dazu, das den Einstieg leichter macht: Wenn ihr euch an diesem Tag noch nicht gesehen habt, ist der First Look der Anfang des Shootings. Ihr habt dann schon den schwierigsten Moment hinter euch, bevor die erste Anweisung kommt.

Dann sagen wir euch, was ihr tun sollt. Nicht, wie ihr dabei aussehen sollt. „Geht den Weg runter, Hand in Hand, schaut euch dabei an" ist eine Anweisung. Was danach passiert, können wir nicht ansagen.

Bräutigam zieht die lachende Braut an der Hand über den Feldweg
Angeleitet war der Weg, nicht das Lachen. Und nicht, dass sie das Kleid hochnimmt, weil es sonst nicht geht.

Bei einer Hochzeit im August war genau das der Fall. Das Paar ist losgelaufen, hat angefangen zu lachen, ist schneller geworden als gedacht. Das Bild davon ist heute unser liebstes aus dem ganzen Tag. Angeleitet war der Weg. Alles andere nicht.

Darüber redet kaum jemand: Eine Anweisung ist kein gestelltes Foto. Wer behauptet, bei ihm entstehe alles ganz von allein, hat entweder Glück gehabt oder erzählt nicht die ganze Geschichte.

Warum vormittags und nicht im Abendlicht

Das ist die Stelle, an der wir anders planen als viele erwarten. Der Grund ist simpel: Vormittags sind die 45 Minuten da. Am Abend nicht. Da hängt alles am Essen, an den Reden, an der Band, und wer dann noch eine Dreiviertelstunde herausschneiden will, nimmt sie euren Gästen weg.

Dazu kommt: Um elf ist niemand müde. Das Kleid ist frisch, die Frisur sitzt, und ihr habt den Tag noch vor euch statt hinter euch.

Und der First Look gehört genau hierher. Ihr seht euch zum ersten Mal zu zweit, ohne hundert Gäste, die zuschauen und filmen. Das ist ein völlig anderer Moment als der Gang zum Altar, und ihr könnt ihn tatsächlich genießen, statt ihn zu überstehen. Viele Paare erzählen uns hinterher, dass das ihr liebster Teil des Tages war. Am Altar ist die Reaktion dann trotzdem noch da, sie ist nur entspannter.

Die Mittagssonne ist hart, das stimmt. Deshalb suchen wir Schatten, eine Baumreihe, eine Hauswand, einen Waldweg. Dort wird das Licht weich, ohne dass wir auf den Abend warten müssen. Mehr dazu steht in unserem Beitrag über den Zeitplan für die Hochzeit.

Bräutigam wartet beim First Look, die Braut kommt den Feldweg entlang
Vormittags im Schatten. Das Licht ist weich, und im Gegensatz zum Abend haben wir wirklich Zeit.

Was wir nicht machen

Wir stellen euch nicht Rücken an Rücken mit verschränkten Armen. Wir legen euch keine Hände zurecht.

Und wir sagen nie „jetzt küssen". Das hat einen sehr praktischen Grund: Sobald jemand das Wort Kuss hört, formt er die Lippen vor, und auf dem Bild steht dann ein Entenschnäbelchen. Küsst euch, wann immer euch danach ist, nur eben nicht auf Ansage. Wenn wir einen Kuss brauchen, sagen wir etwas anderes, und der Rest ergibt sich.

Was hilft

Zieht etwas an, in dem ihr laufen könnt. Das klingt banal und ist der häufigste Grund, warum ein Shooting steif wird. Wer auf jeden Schritt achten muss, denkt nicht an sein Gegenüber.

Redet miteinander statt mit uns. Wir sind nicht das Publikum. Sobald ihr anfangt, uns zu antworten, habt ihr euch aus dem Bild herausgedreht.

Wenn euch etwas unangenehm ist, sagt es. Es gibt für jede Idee eine andere, und niemand bekommt gute Bilder, wenn er sich unwohl fühlt.

Und wenn es nicht von allein läuft

Dann hören wir nicht auf, wir drehen nur an einer Schraube.

Unser erster Versuch ist immer, es laufen zu lassen. Wenig sagen, euch machen lassen, schauen was passiert. Wenn wir merken, dass das bei euch nicht zündet, weil ihr nicht wisst, wohin mit euch, dann geben wir mehr Anleitung statt weniger. Konkretere Ansagen, klarere Aufgaben, kürzere Wege. Das ist keine Notlösung, sondern schlicht die Frage, was bei euch besser funktioniert, und das sieht man erst in den ersten Minuten.

Und wenn ein Tag einfach nicht der richtige Moment ist, machen wir am Abend nochmal zehn Minuten, wenn zwei Gläser Sekt und die Anspannung hinter euch liegen.

Brautpaar läuft im Abendlicht Hand in Hand einen Feldweg entlang
Der zweite Anlauf am Abend. Zehn Minuten, und meistens sind das die entspanntesten Bilder des Tages.

Wenn das nach eurem Tag klingt

Wir fotografieren Hochzeiten in Franken, rund um Nürnberg, Würzburg und Hohenlohe, reportageartig: Ihr bewegt euch, wir suchen die Position. Schreibt uns mit eurem Hochzeitsdatum, dann schauen wir gemeinsam, ob es passt.

Ist euer Hochzeitstag noch frei?

Wir sind Tobi und Theresa, Hochzeitsfotografen aus Burgbernheim. Ganztägig unterwegs, in Franken und Unterfranken. Schreibt uns euer Datum und wo ihr feiert, dann sagen wir euch, ob wir an dem Tag noch zu haben sind. Beliebte Sommertermine sind oft ein Jahr im Voraus vergeben.