Regen an der Hochzeit: warum Plan A trotzdem zuerst kommt
Wie ihr mit Regen umgeht, ohne den ganzen Tag umzuwerfen, warum es fast immer eine Lücke gibt und wie eine Torte euren Nachmittag bestimmen kann. Aus über 120 Hochzeiten in Franken.


Die Frage kommt in jedem Detailgespräch: Und was machen wir, wenn es regnet? Unsere Antwort überrascht die meisten Paare, weil sie mit Plan A anfängt und nicht mit Plan B.
Wir haben über 120 Hochzeiten begleitet, viele davon mit Regen. Kein einziger Tag ist daran gescheitert.
Macht zuerst einen richtigen Plan A
Legt fest, wie ihr euch den Tag wirklich wünscht. Wo ihr steht, wann ihr feiert, wo die Bilder entstehen sollen. Erst danach lohnt es sich, über Wetter zu sprechen.
Der Grund ist einfach. Eine Hochzeit entwickelt eine eigene Dynamik, und das ist gut so. Wenn ihr einen Plan habt, könnt ihr gegensteuern, sobald sie in die falsche Richtung läuft. Wenn ihr euch vorher keinen Plan gemacht habt, wie ihr es eigentlich haben wolltet, dann läuft es halt irgendwie. Und irgendwie ist selten das, was ihr euch vorgestellt habt.

Es gibt fast immer eine Lücke
Regen fällt selten acht Stunden am Stück. Er hört auf, er fängt wieder an, und dazwischen liegen genau die zwanzig Minuten, die wir brauchen.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einer Hochzeit am Freitag war für den Sektempfang Regen angesagt. Mitten drin gab es eine Pause, das habe ich gemerkt und bin zum Paar: Hey, es regnet gerade nicht mehr, dann machen wir jetzt die Gruppenbilder. Zehn Minuten später hat es wieder angefangen, und die Bilder waren im Kasten.
Dafür braucht es nur zwei Dinge. Jemanden, der aufs Wetter schaut, und eine Gesellschaft, die für eine Viertelstunde flexibel ist. Um das Wetter kümmern wir uns, den Rest sagt ihr euren Trauzeugen vorher einmal.

Tauscht die Reihenfolge, statt sie zu verteidigen
Der häufigste Fall sieht so aus: Der Tortenanschnitt steht im Plan, eine halbe Stunde später sind die Gruppenbilder dran, und das Regenradar zeigt genau für diese halbe Stunde Regen.
Dann tauschen wir. Die Gruppenbilder kommen vor, der Tortenanschnitt rutscht nach hinten. Der Grund ist einfach: Die Torte wird sowieso drinnen gegessen, dem Anschnitt ist das Wetter also egal. Die Gruppenbilder wolltet ihr draußen haben, und das geht nur in dem Fenster, das gerade offen ist.
Wir machen die Gruppenbilder genauso gern drinnen, das ist für uns kein Problem. Aber es geht hier nicht um uns, es geht um euch. Wenn ihr sie euch draußen wünscht, holen wir sie euch draußen, und dafür verschieben wir lieber alles andere.
Damit das am Tag funktioniert, braucht es nur eine Zusage vorher. Sprecht mit der Location und mit der Konditorei, dass Programmpunkte getauscht werden dürfen, wenn das Wetter kippt. Meistens ist das ein Anruf und sonst nichts. Ohne diese Zusage steht die Torte irgendwann draußen und bestimmt euren Nachmittag mit.

Schaut euch die Location auf beides an
Wenn wir eine Location vorher anschauen, schauen wir immer doppelt: einmal für Sonne, einmal für Regen. Wo ist Schatten, wenn die Sonne knallt, und wo stehen wir trocken, wenn es schüttet.
Ein Waldweg, eine Hütte, ein Vordach, ein überdachter Innenhof, davon reicht eines. Wald, Wasser und ein Gebäude auf einem Gelände sind der Idealfall, weil sie sowohl bei Sonne als auch bei Regen funktionieren. Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag über das Besichtigen der Hochzeitslocation.

Was Regen mit den Bildern macht
Etwas, das wir gerne früh sagen: Regenbilder gehören oft zu den Lieblingsbildern unserer Paare. Das Licht ist weich, die Farben sind satt, ein Schirm gibt dem Bild einen Rahmen, und ihr steht automatisch enger beieinander.
Wir gehen mit euch dafür nicht stundenlang durch den Regen. Fünf Minuten unter einem Schirm reichen für Bilder, die später niemand als Notlösung erkennt.

Wie wir den ganzen Tag begleiten, steht auf der Seite zu unseren Hochzeitsfotos. Wie ihr die Gruppenbilder so legt, dass sie in eine kurze Lücke passen, zeigt der Beitrag über Gruppenbilder auf der Hochzeit.
Häufige Fragen zu Regen an der Hochzeit
Was macht man, wenn es an der Hochzeit regnet?
Am Plan A festhalten und die Regenpausen nutzen. In den allermeisten Fällen gibt es über den Tag verteilt genug trockene Fenster für Paarbilder und Gruppenbilder.
Wann entscheidet man über Plan B?
Am Morgen der Hochzeit und dann noch einmal am frühen Nachmittag. Vorher lohnt sich die Diskussion selten, weil sich die Vorhersage bis dahin mehrfach ändert.
Braucht man Regenschirme für die Gäste?
Ein Paket einfarbiger, schlichter Schirme in der Nähe des Eingangs ist eine der besten Investitionen. Transparente Schirme sind für Bilder am angenehmsten, weil sie Licht durchlassen.
Werden Regenbilder schlechter?
Ganz im Gegenteil. Das Licht ist weich und gleichmäßig, die Farben sind kräftiger, und ihr steht unter dem Schirm enger beieinander.
Warum ist die Hochzeitstorte beim Wetter so wichtig?
Weil sie bei Wärme nach etwa einer Stunde draussen geschnitten werden muss. Klärt vorher mit Konditorei und Location, dass der Zeitpunkt bei Bedarf getauscht werden darf.
Was sollte eine Location für Regen bieten?
Einen überdachten Platz, der groß genug für alle ist, und eine Ecke für Paarbilder, zum Beispiel eine Hütte, ein Vordach oder einen Waldrand.
Ihr heiratet in Franken?
Schickt uns eure Location und euren geplanten Ablauf. Wir sagen euch, wo dort Plan B liegt und an welcher Stelle im Zeitplan ihr Luft braucht. Wie ein ganzer Tag mit Puffern aufgeht, steht in unserem Zeitplan für die Hochzeit.
Ist euer Hochzeitstag noch frei?
Wir sind Tobi und Theresa, Hochzeitsfotografen aus Burgbernheim. Ganztägig unterwegs, in Franken und Unterfranken. Schreibt uns euer Datum und wo ihr feiert, dann sagen wir euch, ob wir an dem Tag noch zu haben sind. Beliebte Sommertermine sind oft ein Jahr im Voraus vergeben.